Hahnenfieber!

Ende April 2018 hatte ich die Ehre in den bayerischen Alpen der Balz einiger Raufußhühner beiwohnen zu dürfen. Dieses Erlebnis soll den Besuchern meiner Homepage nicht vorenthalten werden, wenngleich die Bilder des Birkhahns unter suboptimalen Lichtverhältnissen entstanden sind.

  

Allgemein versteht man unter Raufußhühnern die Arten Auer-, Birk-, Haselwild sowie das Schneehuhn. Namensgebend sind insbesondere die befiederten und mit hornigen Stiften versehenen Ständer, die eine Anpassung an eine raue Umwelt zum Ausdruck bringen. Im Vergleich dazu sind bei anderen Hühnervögeln (z.B. Fasan und Rebhuhn) die Ständer nicht befiedert.

Raufußhühner sind durch zwei lange Blinddärme sowie einen großen Kropf an zellulosereiche aber schwer verdauliche Nahrung angepasst. Ihr großer Brocker (Schnabel) ermöglicht das Brechen von harten Pflanzenteilen oder Nadeln von Sträuchern und Bäumen - trotz dieser enormen Anpassung an den Lebensraum sind die Hühnervögel massiv von Lebensraumverlust und Beutegreiferdruck bedroht.  

 

Oft denkt man beim Auerwild unwillkürlich an die Bergwelt - dabei stammt diese Art eigentlich aus offenen Taigawäldern. Der Auerhahn benötigt ein offenes Kronendach und Strukturen, sodass viel Licht auf den Waldboden durchdringen kann. Nadelholzbestände sind ideal, sofern eine krautige Flora ein reichhaltiges Vorkommen von Insekten garantiert. Er ernährt sich von Knospen und Nadeln, Heidelbeeren, Gräsern, Blüten und Sämereien. Durch die scharfen Sinne des Urhahns ist es besonders schwer außerhalb der Balz auf Fotodistanz zu kommen.

 

Der kleinere aber ungleich wildere Bruder des großen Hahns ist der Birkhahn. Die Balz des kleinen Hahnes ist sehr eindrucksvoll - das anfängliche Kullern vor Tagesgrauen, das fauchende Blasen am Boden bis hin zum prachtvollen Stolzieren über das purrende Springen beim Flattersprung. Allein anhand dieser Beschreibung wundert es niemanden, dass dieser Recke auch als Spielhahn bezeichnet wird. Das stahlblaue Leuchten des Schildes in der Sonne, die roten Rosen über den Augen und die leuchtend weißen Sicheln des älteren Hahnes führen zudem zum Namen schwarzer Ritter. 


Kommentare: 7
  • #7

    Hana Melcrova (Donnerstag, 03 Mai 2018 22:45)

    All these photos and the author deserve my apprisal and respect.
    The same moments I experienced many times in the wilderness but hardly ever was even close to take a camera and make so beautiful pictures. May your work, Mr. Ritter, please the soul of real nature lovers so far.

  • #6

    Heiko Aselmann (Montag, 30 April 2018 22:10)

    Wie immer gut gemacht.Aber wie ich Dir stämdig: fotographieren reicht nicht!
    Mach mal Aufnahmen wenn bunte Federn fliegen;)!

  • #5

    marcus seipel (Montag, 30 April 2018 18:37)

    Der zum Hochwild zählende Auerhahn wird gern mit der .22 Hornet erlegt, ergo handelt es sich bei diesem Kaliber um ein hochwildtaugliches ;-). Gratulation zu den gelungenen Abschüssen!

  • #4

    Ulrike Volkmar (Sonntag, 29 April 2018 22:23)

    Hallo Marco,
    Sehr, sehr schön deine Aufnahmen. Der Text ebenfalls. War sicher ein besonderes Jagderlebnis für dich!
    Liebe Grüße Ulrike

  • #3

    Eckhard Jahn (Sonntag, 29 April 2018 21:06)

    Wie immer bisher, eine Augenweide deine Bilder.Ebenso toll geschrieben und erklärt.Danke und weiter so...liebe Grüße Ecki

  • #2

    Rainer Friedrich (Sonntag, 29 April 2018 20:55)

    Tolle Bilder! Mein Lieblings Wild. Konnte in Schweden auf Ihn jagen.

  • #1

    Andre Schönfeldt (Sonntag, 29 April 2018 20:11)

    wunderschöne Bilder :D