Höhenrausch

Im Frühjahr konnte ich an dieser Stelle bereits über die Balz von Auer- und Birkwild berichten, doch auch im Sommer zog es mich erneut in die wunderschöne Gegend um Berchtesgaden. Bei dieser aktiven und körperlich herausfordernden Exkursion führte mein Pfad zu den Ziegenartigen in den höheren Lagen des Nationalparks.

 

So konnten bei bestem sommerlichen Wetter Steinböcke, Gämse, Murmeltiere aber auch Alpendohlen und sogar ein Vertreter der Raufußhühner, das Alpenschneehuhn, fotogen angetroffen werden. 

Der unumstoßene Herrscher des Alpenraumes ist der Alpensteinbock, der eine wechselhafte Geschichte durchleben musste. Er hat schon immer die Menschheit fasziniert und viele Legenden - insbesondere zu den Heilungskräften von diversen Körperteilen wie Hörnern, Blut, dem Bezoar oder dem sog. Herzkreuz umranken diesen Alpenbewohner. Dies führte dazu, dass mit dem Aufkommen von effizienten Waffen um 1800 diese Art durch Wilderei fast ausgerottet wurde. Die heutigen Steinwildvorkommen der Alpen gründen sich auf eine Restpopulation von etwa 100 Tieren aus dem oberitalienischen Grand Paradiso, in dem sie um 1820 streng geschützt und durch jagdliche Interessen gehegt wurden (u.a. durch die Anstellung von Wildhütern). Diverse (mehr oder weniger erfolgreiche) Wiederansiedelungsprojekte mündeten in zwischenzeitlich stabilen Beständen an Steinwild im Alpenraum. 

 

Das Gamswild ist ein anpassungsfähiger Hornträger - der lateinische Name Rupicapra deutet bereits in auf ihren Lebensraum hin, dabei steht das "rupes" für Fels und das "capra" für Ziege. Die tagaktive Gams lebt recht gesellig in Rudeln, lediglich die älteren männlichen Vertreter ziehen eine einzelgängerische Lebensweise vor. Die bis zu 50 Kilogramm schwere Gams ernährt sich von jungen Trieben diverser Sträucher, Bäumen, Gräsern, Flechten und Moosen. Besonders eindrucksvoll ist der Unterschied zwischen der schmutzigen gelb-bräunlichen Sommergams, wie auf den Bildern sowie der pechschwarzen Gams im Winter, die insbesondere in einer schneebedecken Landschaft einen wunderschönen Anblick darbietet.

 

Gerne werde ich in weiteren Exkursionen über verschiedene Lebensräume der Gemse sowie ihr Verhalten im Jahreslauf berichten. Derzeit beschäftige ich mich unter anderem mit der Population im Schwarzwald von der bereits einige imposante Bilder angefertigt werden konnten. 


Kommentare: 8
  • #8

    Torsten W. (Freitag, 28 September 2018 10:16)

    Hallo Marco,
    es sind Die wieder klasse Schnappschüsse gelungen!
    ....und, ich habe wieder etwas dazugelernt!
    Weiter so!

  • #7

    elisabeth herold (Sonntag, 23 September 2018 23:39)

    Ein sehr schöner Beitrag zum Alpensteinbock und Gamswild.
    Vor allem beeindrucken mit die Bilder , da ich weiß wie scheu diese Tiere sind und wie schnell sie sich in ihren für uns halsbrecherischen Revieren bewegen.

  • #6

    Ulrike Volkmar (Sonntag, 23 September 2018 22:20)

    Hallo Marco,
    Deine Fotographien sind fantastisch. Ich kann mir gut vorstellen, wieviel Anstrengung und Zeit dafür aufgebracht hast. Großes Kompliment!!

    Liebe Grüße
    Ulrike

  • #5

    Michaela (Sonntag, 23 September 2018 20:05)

    Wieder einmal ein sehr lehrreicher und schöner Bericht und atemberaubende Bilder unsere Tiere in Deutschland. Mach weiter so.

  • #4

    René (Sonntag, 23 September 2018 19:27)

    Wie immer hasst Du beeindruckend schön die typischen Bewegungen des Wildes eingefangen - das Schneehuhn ist eines der besten Bilder, die ich von dieser Wildart gesehen habe! Ich ziehe meinen Hut davor und bin gespannt auf weitere Motive (eines Tages einmal zusammen!)

  • #3

    Elvira (Sonntag, 23 September 2018 14:22)

    Super Beitrag und wundervolle Einblicke in die bezaubernde Welt der Natur!

  • #2

    Jerry Hofmann (Sonntag, 23 September 2018 12:17)

    Wie immer sehr beeindruckende Fotos �

  • #1

    Ecki (Sonntag, 23 September 2018 11:26)

    Wie immer lieber Marco wunderschöne Bilder mit einer excellenten Erklärung.Danke für s teilhaben.